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06
2016

Mit Hund, Schwung und Schweiß: Die Premiere von 06:30 in Baunatal

Sie ist schon putzmunter. Und das, obwohl es gerade mal 6.15 Uhr ist und die Sonne gerade noch erst am Horizont hinaufsteigt. Doch Veronika Henne freut sich auf das, was in einer Viertelstunde auf dem Vorplatz der Max-Riegel-Halle beginnt. Die Premiere von 06:30 in Baunatal nämlich. Für die 42-Jährige ist das ein kleines Geschenk. „Das ist eine klasse Aktion. Ich fahre einmal pro Woche nach Kassel zum 06:30-Training in die Orangerie. Super, dass es das nun auch in Baunatal gibt. Mir macht das frühe Aufstehen nichts aus. Und nach einer Runde Frühsport startest du richtig motiviert in den Tag.“ Mit von der Partie: Hündin Asoka, mit der es nach dem Training zum Gassi gehen geht.

Zufällig trifft Henne ihre Bekannten Andrea Käse und Ute Krug. Die beiden sind zum ersten Mal dabei. „Ich möchte mal ausprobieren, ob das etwas für mich ist“, sagt Käse. Krug lacht und erklärt: „Ich bin eigentlich keine Frühaufsteherin. Die Hunde waren heute Morgen etwas verwirrt.“

Dann geht’s los. Christoph Klein, Studioleiter beim KSV Baunatal, der als neuer Partner die 06:30-Aktion unterstützt, dreht die Musik auf. „6.30 Uhr, Zeit für Frühsport. Es wird knackig“, verspricht er. 40 Teilnehmer sind es, die zu den „Pionieren“ (Klein) des Baunataler Frühsports werden. Der Coach sagt: „Jeder geht sein Tempo. Immer locker bleiben.“

Er erklärt das Prinzip: Jede Übung wird achtmal je 20 Sekunden lang absolviert, dazwischen liegen je zehn Sekunden Pause. Los geht’s. Der flotte Reggae-Rhythmus aus der Musikanlage gibt den Takt vor. Aufwärmen. Dann Liegestütz. Jede Übung gibt es in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Klein erklärt, demonstriert, motiviert. „Es gibt schlimmere Übungen, in den Tag zu starten“, sagt er.

Der „Superman“ folgt. „Schneidet Schnittlauch mit Armen und Beinen.“ Ein Blick in die Gesichter zeigt: Die ersten kämpfen, die ersten Schweißtropfen treten auf. Eine Teilnehmerin ruft: „Eine halbe Stunde ist eigentlich zu kurz.“ Und in der Tat: Die Minuten verfliegen. Beinheber, schräges Hochkommen und Handtuch ziehen stehen als Übungen drei bis fünf auf dem Programm. „Ein Marathoni sagt gerade, er kann nicht mehr“, erklärt Klein. „Nochmal die Zähne zusammenbeißen und die Sonne genießen, die langsam aufgeht.“

Die halbe Stunde verfliegt. „Eine Übung habe ich noch. Legt euch die linke Hand auf die rechte Schulter und klopft euch darauf“, schickt der Coach noch hinterher. Es gibt Applaus.

„Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich bin Freitag wieder da“, sagt Andrea Käse. Auch Günter Naumann will wiederkommen. Er habe Arthrose und einen Bandscheibenvorfall erlitten. „06:30 ist gut und anstrengend, wenn man ein wenig steif ist.“

Und auch Klein ist zufrieden. „Mit so vielen Teilnehmern hätte ich nicht gerechnet. Die Bedingungen für den Anfang waren natürlich auch ideal. Ich bin gespannt, wie viele mitmachen werden, wenn es mal regnet.“