06
12
2016

Immenhäuser treffen sich auch bei Minusgraden im Freien

Während aus der Musikanlage ein Popsternchen von Sommer und Sonne trällert, sieht die Wirklichkeit an diesem Dienstagmorgen auf dem Immenhäuser Jahnsportplatz anders aus. Von Minusgraden und Dunkelheit lassen sich die Teilnehmer der Fitnessaktion 06:30 nicht schrecken, kommen warm eingepackt pünktlich zum halbstündigen Frühsport.

„Von Anfang an sind wir draußen, und das soll auch so bleiben“, sagt Übungsleiter Kristoffer Koch. Nur wenn es regnet gehen sie in die Halle, was bisher aber nur drei- oder viermal vorgekommen sei. Genau das schätzen auch seine Frühsportler, von denen noch immer regelmäßig knapp 20 zweimal die Woche mitmischen. „Ich und viele andere hier sitzen den ganzen Tag im Büro. Zuvor an der frischen Luft aufzutanken, das tut einfach gut“, erklärt Andrea Neuweiler, die wie fast alle an diesem Morgen seit dem Start im August dabei ist.

Trainer mit Sparschwein: Kristoffer Koch sammelt beim Frühsport auch Spenden für seinen Verein, die TSV Immenhausen.

Waren es zu Spitzenzeiten im Sommer noch nahezu 70 Sportler, so sank die Zahl im Herbst auf 30 – ein harter Kern ist bis heute bestehen geblieben, der sich auch bei winterlicher Kälte nicht von den Leibesübungen abhalten lässt. „Im Herbst sind wir vom Rasen auf den Hallenvorplatz gewechselt“, erläutert der junge Trainer. Grund dafür ist die Lichtanlage am Vereinsgebäude, die die Turn- und Sportvereinigung Immenhausen extra für die 06:30-Aktion unserer Zeitung installiert hat. Außerdem sei die Wiese morgens irgendwann zu nass gewesen.

Zurück zum gestrigen Morgen: Nachdem alle pünktlich eingetrudelt sind und ihre Iso-Matten ausgebreitet haben, geht es auch schon los: Skitraining steht derzeit auf dem Programm. „In der Regel machen wir fünf Übungen – heute stehen die Arme und Beine im Mittelpunkt. Da wir Ganzkörpertraining machen, kommt jede Woche etwas anderes dran.“ Jede Aufgabe, die der Leiter vorgibt, wird nach der Tabata-Methode ausgeführt. „Das bedeutet, dass wir uns 20 Sekunden bewegen, dann zehn Sekunden ausruhen. Das Ganze wird acht Mal hintereinander gemacht.“

Dick eingepackt in Bewegung: Katja Reiser ist nicht kalt.

Auch wenn der Hofgeismarer Trainer nicht müde wird, seine Leute zu motivieren, so gibt es natürlich keinen Zwang – jeder macht so gut mit, wie er eben kann. „Da ich seit Anfang an dabei bin, merke ich natürlich, dass ich mehr Ausdauer bekomme und Muskeln aufbaue“, bemerkt Martina Gerhard. Den Sport in der Frühe möchte auch Christine Lambrecht nicht mehr missen. „Gut gelaunt und fit geht es so in den Tag.“

Wer mag, darf die Umkleidekabinen und Duschen in der Turnhalle nach dem Sport nutzen, was vor allem im Sommer gern angenommen wurde. An diesem kalten Morgen aber haben es alle um punkt sieben Uhr verdammt eilig, denn da geht es für fast alle auf zum Arbeitsplatz.