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07
2016

Ihre Tage beginnen seit April sportlich

Sie sind die Frühsportler der ersten Stunde. Seit dem Startschuss von 06:30 am 19. April schwitzen sie mehrmals die Woche in der Kasseler Goetheanlage, vor der Orangerie oder aber an der Max-Riegel-Halle in Baunatal – zu einer Zeit, zu der viele andere noch schlafen. Sie haben entdeckt, wie munter Frühsport machen kann. 30 Leser unserer Zeitung haben, ausgerüstet mit einem 06:30-Starterpaket, die Frühsport-Aktion bekannt gemacht. Und, das lässt sich schnell erkennen, sie sind begeistert bei der Sache.
30 sind ins Rennen gestartet, nur einer musste aus gesundheitlichen Gründen zwischenzeitlich das Training abbrechen. Sonst aber heißt es bei allen: Wir bleiben dabei.
Auf dieser Seite ziehen einige Gründungsmitglieder Bilanz. Wie ist es ihnen ergangen? Sind sie fitter geworden, haben Sie neue Freude am Sport entwickelt, vielleicht sogar neue Freunde gefunden? Was waren die Herausforderungen, mit denen sie zu kämpfen hatten?
Hier sind ihre Geschichten. Lassen Sie sich anstecken.

DIE FRAUEN: „Besser kann man nicht starten“

Bettina Bollermann (49) aus Kassel: „Natürlich hat es am Anfang Überwindung gekostet, aber es hat mir unglaublich viel gebracht. Mein Körper hat sich zum Positiven entwickelt. Ich fühle mich richtig toll. 06:30 ist das Beste, was mir passieren konnte. Deshalb werde ich natürlich weitermachen.“

Malgorzata Zieba (33) aus Kassel: Viel besser als mit 06:30 kann man nicht in den Tag starten. Man trifft dort so nette Leute und kompetente Trainer, dass es mich inzwischen keine Überwindung mehr kostet, so früh schon Sport zu machen.

Paula Göring (25) aus Kassel: Das frühe Aufstehen lohnt sich auf jeden Fall. Seit 06:30 bin ich viel besser drauf, habe mehr Lust, rauszugehen. Ich habe neue Freunde gefunden. Definitiv werde ich weitermachen.

Nina Klein (37) aus Kassel: Das ist eine super Aktion – vor allem, wenn man bedenkt, dass es nichts kostet. Ich wäre sogar bereit, einen Beitrag zu zahlen. Das Training ist intensiv, genau so mag ich das – bei all dem Muskelkater, den man bekommt.

Lisa Otto (25) aus Kassel: Normalerweise mache ich Ausdauersport. 06:30 war also etwas Neues für mich. Aber die Übungen haben mich überzeugt. Meine Körperhaltung hat sich seitdem verbessert, man fühlt sich einfach besser. Mein Freund und ich machen sogar abends vor dem Fernseher die Übungen nach.

Alexandra Weber (29) aus Kassel: Anfangs habe ich wirklich gerne mitgemacht, aber dann doch bald gemerkt, dass die Uhrzeit nicht mit meinem Biorhytmus kompatibel ist. Wenn es so ein Angebot auch abends geben würde, wäre ich aber sofort wieder dabei.

Charleen Hundermark (34) aus Kassel: Ich habe definitiv Blut geleckt. 06:30 ist wie ein Kick am frühen morgen. Man kann danach viel ausgeglichener und entspannter in den Tag starten. Ich mache weiter.

Katharina Ackermann (28) aus Kassel: Am Anfang hätte ich nicht gedacht, dass ich das durchhalte so früh schon Sport zu machen. Aber ich habe es geschafft. Weil es es großen Spaß macht. Und weil ich es genieße, meinen Arbeitskollegen morgens zu sagen, dass ich schon Sport gemacht habe.

Larissa Geischeimer (42) aus Kassel: Da ich ohnehin eine Frühaufsteherin bin, war ich von Anfang an motiviert bei der Sache. Am besten gefällt mir, dass jeden Tag ein anderer Muskel belastet wird. Dadurch hat man einen schönen Wechsel und wird überall beweglicher und fitter.

DIE MÄNNER: „Aktion hat mich nach vorn gebracht“

Stefan Berndt (48) aus Kassel: Die Aktion ist auf mehreren Ebenen hundertprozentig gelungen. Auf der persönlichen Ebene, weil man durch ein ganzheitliches Angebot seine Fitness verbessert. Und auf der kommunikativen, gemeinschaftlichen Ebene, weil durch das Training Netzwerke entstehen. Ich treffe mich ergänzend beispielsweise mit anderen Teilnehmern abends zum Treppenlauf am Herkules.

Thomas Ochmann (52) aus Kassel: Seit acht Wochen bin ich nicht mehr dabei. Das liegt aber nicht am Training, sondern daran, dass ich mir ein Schlüsselbein gebrochen habe. Aber sobald ich wieder fit bin und der Arzt grünes Licht gibt, werde ich auf jeden Fall wieder mitmachen. Das Training hat mir nämlich gut gefallen.

Bastian Schönewolf (18) aus Kassel: Das Training ist top. Ich habe allerdings nach den ersten Einheiten gemerkt, dass es für meine Ziele nicht geeignet ist. Ich möchte Muskeln aufbauen und gehe ohnehin mehrmals pro Woche ins Fitnessstudio. Bei 06:30 geht es hingegen eher um Fettverbrennung. Wenn es die Aktion noch im nächsten Frühling gibt, bin ich aber wieder gern dabei, um dann mein Gewicht zu reduzieren.

Julius Löns (19) aus Kassel: Mich hat 06:30 nach vorn gebracht. Ich laufe nächste Woche einen Marathon und habe die Fitnessaktion genutzt, um meine Rückenhaltung zu verbessern, Körpergewicht zu verringern und Beinmuskulatur zu stärken.

Markus Kumsteller (31) aus Kassel: Das Training hat mir großen Spaß gemacht. Seit Juni muss ich allerdings die Übungen von zuhause aus machen, weil ich in Fritzlar arbeite – und ich wegen der Baustelle auf der Autobahn so früh in Kassel losfahren muss. Aber wenn die Baustelle fertig ist, würde ich gern wieder morgens um 06:30 mitmachen.

DER FORMCHECK in Zahlen

Einzelne 06:30-Dauerbrenner haben für das Fazit nicht nur ihre subjektiven Eindrücke beschrieben, sondern auch die Fakten untersuchen lassen. Körpergewicht, Fettanteil, Muskelmasse – Messwerte, die Trainingserfolge belegen.

„Eindeutig ist: Kontinuität zahlt sich auch bei 06:30 aus“, bilanziert Trainer Sascha Seifert. „Wer regelmäßig mitmacht, ist schlichtweg fitter.“ Beispiele dafür sind unser Ipad-Gewinner Hauke Rauschenbach, Stefan Berndt und Bettina Bollermann.

Rauschenbach hat 3,8 kg Gewicht verloren, 3,5 cm geringeren Hüftumfang und jetzt 3,9 Prozent weniger Körperfett; bei Muskelmasse (+2,7%), Oberarm-Umfang (+5 cm) und der Anzahl an Kniebeugen (+10) hat er deutlich zugelegt.

Berndt hat zwar das Kröpergewicht gehalten, doch Körperfett (-3,3%) in Muskelmasse (+2,0%) umgewandelt. Das Maßband an den Hüften zeigt nur noch 83 statt 78 Zentimeter, statt 35 schafft er nun 45 Kniebeugen.

Bollermann wiegt jetzt 70 statt 72 kg, hat das Körperfett um 4,4 Prozent gemindert und die Muskelmasse um 2,5 Prozent gesteigert. Sie kann deutlich engere Hosen tragen (Hüfte -6 cm), hat aber deutlich kräftigere Oberschenkel (+3,5 cm) und Oberarme (+2,5 cm). Und sie ist nun ausdauernder als zu Beginn der Aktion mit 40 statt 30 Kniebeugen.

„All das sind Zahlen, die bestätigen und Mut machen. Mit 06:30 kann jeder Gutes für sich tun“, sagt Seifert.