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07
2016

Fazit von Mitinitiator Sascha Seifert: Viel Positives, keine Schlafmützen

Es ist einfach unglaublich, ich hätte nicht gedacht, dass diese Aktion so gut ankommt“, sagt Sascha Seifert. Der Therapeutische Leiter von Reha-med in Kassel und Mitinitiator von 06:30 zieht begeistert ein Fazit. Mit einer kleinen Gruppe hatte er zunächst noch im Dunkeln in der Goetheanlage getestet „und damals nie zu träumen gewagt, dass später 160 Leute dort mitmachen, kaum noch Platz ist und alle Spaß daran haben, dieses Erlebnis zusammen zu genießen.“

Erwartungen: Ich hatte gedacht, ein paar Verrückte wird es schon geben, die bereit sind, in aller Frühe um 6.30 Uhr zu trainieren. 30, 40 Leute kriegen wir vielleicht dauerhaft hin. Aber es kommen sogar in den Ferien 60, 70 Menschen zum Training.
Überraschungen: Wir decken einen großen Altersschnitt ab. Es kommen nicht nur junge und fitte Leute, sondern auch Ältere und Rentner. Wir sprechen unterschiedlichste Zielgruppen an, mit denen wir nicht gerechnet hatten. Der jüngste Teilnehmer ist fünf, der älteste 68 Jahre, dazwischen ist alles vertreten. Die meisten sind wohl 20 bis 30 und eine solide Gruppe Ende 40.

Leistungen: Bei der Ausführung der Übungen muss ich immer weniger Korrekturen machen. Und je besser die Ausführung wird, desto stärker ist die Muskulatur und desto besser können die Menschen die Übungen ausführen. Teilnehmer fühlen sich beweglicher, haben keine Rückenschmerzen mehr, ihre Knieschmerzen in den Griff bekommen oder ihre Leistungsfähigkeit insgesamt gesteigert. Das sind die erwarteten Effekte. Wir haben das 06:30-Konzept auf der Basis wissenschaftlicher Studien entwickelt: Ziele waren Verbesserung der Kraft, der Beweglichkeitb und Gewichtsreduktion – mit nur drei Trainingseinheiten a 30 Minuten die Woche. Effektives Ganzkörpertraining.

Herausforderungen: Die größte war die Akzeptanz der Anwohner. Wir wurden auch in der Mitte Kassels gut aufgenommen, auch wenn der eine oder andere jetzt mit geschlossenem Fenster schläft. Wir haben wenig Negatives erlebt, das Positive überwiegt. Natürlich gab es Tage, an denen ich auch gern liegengeblieben wäre. Aber 06:30 hat auch mein Leben ein wenig verändert.

Ziel: Mein Ziel ist, dass wir durchtrainieren. Auch durch den Winter, bis in den nächsten Sommer hinein. Dann gucken wir mal, wie fit wir sind.
Wünsche: Für 06:30 wünsche ich mir, dass wir eine noch stärkere Gemeinschaft werden, noch mehr Leute finden, die Freunde und Familie mitbringen, 06:30 richtig leben und im Konzept aufgehen und dadurch positive Effekte für ihr eigenes Leben haben. Wir haben eine feste Fanbasis, die bei jedem Wetter immer da ist und fast jedes Training mitmacht. Bei ihnen allen bedanke ich mich. Und bei denen, die ihre Bonuskarten abgeben haben.
Es gibt keinen besseren Zeitpunkt zu trainieren als morgens mit nüchternem Magen. Wir haben tolle Effekte auf die Hormone, auf die Fettverbrennung, ein effektives Training für die Verbesserung der Kraft. Man startet frischer, aufgeweckter, leistungsfähiger in den Tag und nicht als Schlafmütze.