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07
2016

06:30-Teilnehmer Hauke Rauschenbach zieht Bilanz

Er hat durchgehalten. Er ist zum begeisterten Frühsportler geworden. Und er freut sich nun über den Hauptpreis, ein iPad, das die HNA unter der Startgruppe von 30 Lesern ausgelobt hatte: Im Interview zieht Hauke Rauschenbach sein 06:30-Fazit.

Herr Rauschenbach, wie sind Sie zu 06:30 gekommen?
Hauke Rauschenbach: Ich habe von der Aktion in der Zeitung gelesen. Und mache immer mal sporadisch Sport, habe es mal mit Fitnessstudio versucht, aber nicht wirklich durchgezogen. 06:30 findet bei mir vor der Haustür statt, da musste ich dann auf jeden Fall hin. Ich brauche manchmal ein wenig Druck und hatte mich darum für das Starterpaket beworben. Aber auch ohne das wäre ich hingegangen.

Was hat Sie zum Sport getrieben? Die Verbindlichkeit oder der Wunsch, in Schwung zu kommen?
Rauschenbach: Letzteres. Dabeizubleiben war sozusagen die Verbindlichkeit.

Wie lief es denn?
Rauschenbach: Ich habe die ersten zwei, drei Wochen immer die Dienstags- und Donnerstageinheiten mitgemacht. Dann bin ich leider krank geworden. Aber ich bin gut wieder reingekommen und seitdem jeden Dienstag und Donnerstag in der Goetheanlage dabei. Das Verrückte ist, dass ich mittlerweile sogar morgens um 6 Uhr wach werde. Meine innere Uhr hat sich sozusagen umgestellt. Als ich eine Woche beruflich bedingt aussetzen musste, bin ich morgens um 6 Uhr joggen gegangen, weil mir die Bewegung gefehlt hat.

Haben Sie weitere Veränderungen Sie an sich bemerkt?
Rauschenbach: Ja. Es gibt eine Übung, den Bergsteiger, den hatten wir gleich bei der ersten Einheit. Das ging überhaupt gar nicht. Mittlerweile aber halte ich die acht Wiederholungen durch und kann auch auf Stufe zwei einige Durchgänge machen. Ich habe vier Kilogramm abgenommen, bin fitter geworden, komme Treppen viel leichter hoch und das Schleppen der Wasserkisten ist einfacher geworden. Meine Klamotten passen mir wieder besser.

Schlägt es sich auch aufs Gemüt nieder?
Rauschenbach: Ich bin ausgeglichener, ausgelasteter. Ich kann ja auch den ganzen Tag entspannter angehen. Schließlich habe ich frühmorgens schon etwas gemacht. Und da brauche ich auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich abends mal auf der Couch liegenbleibe.

Wie klappt’s denn mit dem frühen Aufstehen?
Rauschenbach: Früher in der Schulzeit war das kein Problem. Aber da ich erst um 12 Uhr mit der Arbeit beginne, ist es schon schwierig, um 6 Uhr aufzustehen. Ich habe mich meistens danach noch einmal hingelegt.

Wollen Sie weitermachen?
Rauschenbach: Auf jeden Fall. Weil es so nah ist, und weil es einfach Spaß macht.

Gab es auch Tage, an denen mal der innere Schweinehund rausgekommen ist?
Rauschenbach: Ja. Es gab mal zum Beispiel einen Morgen, als es geregnet hat. Da wollte ich mich erst wieder ins Bett legen, habe dann aber gedacht, komm’, das ist nur ein wenig Regen und bin dann doch noch hingegegangen. Wenn man erst einmal in der Goetheanlage ist, ist es ja auch gut. Sport im Regen hat auch was für sich. Wir haben an diesem Tag viele Übungen im Liegen gemacht. Wenn man dann von oben gekühlt wird, ist das auch ganz angenehm.

Was waren die schönsten Momente?
Rauschenbach: Wenn man morgens um drei Minuten vor halb auf dem Platz steht und aus allen Ecken die Leute kommen. Auch die Feiertagsspecials um 09:30. Die waren schon klasse. Wir sind zwar mit anderen zusammen. Aber wir trainieren trotzdem für uns allein. Ich kann zwischendurch mal die Wolken oder die Vögel beobachten – das ist total schön.

Warum sollten andere 06:30 mitmachen?
Rauschenbach: Weil es richtig viel Spaß macht. Es ist zwar anstrengend. Aber es ist toll, morgens mit vielen Menschen gemeinsam zu trainieren.

Was wünschen Sie sich für 06:30?
Rauschenbach: Auf jeden Fall, dass es weitergeht und weiterhin so vielfältig ist. Und ich fände es gut, wenn es ausgeweitet würde. Damit viele Menschen in der Region mitmachen können. Und ein kleiner Appell an alle, die dieses Gespräch lesen: Kommen Sie einfach vorbei und machen Sie mit. Es lohnt sich richtig.

Hauke Rauschenbach (28) arbeitet als Sozialpädagoge bei eine Jugendhilfe-Einrichtung der Hephata-Diakonie. Der Kasselaner ist verheiratet und lebt im Vorderen Westen. Neben 06:30 geht er joggen und macht Yoga.